Das giftigste Tier der Welt

oder ist der Pfeilgiftfrosch das giftigste Tier der Welt
Pfeilgiftfrosch

Auf der Suche was das giftigste Tier der Welt ist kommen sogar die Experten ins streiten. Das kategorisieren wird in der Regel nach dem Toxin pro Kilogramm Körpergewicht errechnet wobei der wohl am häufigsten Indikator, die Letal Dosis (tödliche Dosis), erstellt wird. Dies führt zu interessanten Ergebnissen, da zum Beispiel im Internet viele Listen veröffentlich sind, welche wohl eher nach dem „Fearfaktor“ als nach tatsächlicher Giftigkeit Aufgestellt werden. … aber natürlich ist das Gänsehautgefühl beim Namen „Schwarze Mamba“ leichter zu erzielen als beim Namen Inland Taipan welcher in Zentralaustralien vorkommt und um einiges giftiger ist.

Weitere Faktoren zur Bestimmung des giftigsten Tier

Während für Forscher es einfach ist das giftigste Tier der Welt zu bestimmen kommen für normal sterbliche noch andere Überlegungen ins Spiel. Diese sind keineswegs wissenschaftlich belegt, machen jedoch trotzdem Sinn.

Blauring Oktopus in den Philippinen
Blauring Oktopus in den Philippinen

So ist der Kugelfisch zum Beispiel in der Top10 der giftigsten Tiere der Welt. Dies ist für uns aber nicht so furchteinflößend  und ziemlich ungefährlich, da er in unseren Breitengraden nicht vorkommt oder ,im Gegensatz zum Asiatischen Raum, nicht auf unseren Fischmärkten zwischen Karpfen, Aal und Lachs zu finden ist. In Deutschland ist der Kugelfischimport als Import zum Verzehr gesetzlich verboten.

In Japan müssen sich Köche einer langjährigen Ausbildung unterziehen um in Restaurants den „Fugu“ zubereiten zu dürfen.  Auf den Philippinen geht man etwas anders damit um, denn auch hier gehört der Kugelfisch ebenso zum Speiseplan besonders armer Familien. Hier gibt man dem Hund zuerst einen Happen Kugelfisch. Passiert dem Hund nichts in den nächsten 20 Minuten gilt die Mahlzeit als sicher und kann gegessen werden.

Der Kugelfisch wie auch andere Spezies tauchen öfters auch nicht in Listen über das giftigste Tier der Welt auf, da er das Gift nicht selbst herstellt. In speziellen Zuchtanlagern werden mittlerweile auch Kugelfische zum Verzehr gezüchtet, welche aufgrund spezieller Ernährung ungiftig sind.

Diese ungiftigen Kugelfische werden jedoch in Japan als unterwertig angesehen, da gerade das Gift der „besonders Kick“ beim Verzehr des Fugu ist. Der „Spass“ liegt für die Asiaten darin tolerierbare Giftmenegen zu essen, welche eine Euphorie hervorrufen können, also zu einem gewissen Grad „high“ machen.

Im Folgenden ein paar Informationen über verschiedene Gattungen welche stets in den verschiedenen Listen zu finden sind.

Der Blauring Oktopus

Dieses bei Unterwasser Fotographen begehrte Objekt ist extrem giftig und führt besonders im Südostasiatischem Raum zu mehreren Todesfällen. Dies kommt daher, dass sich der Krake sehr oft in sehr flachen Küstenregionen aufhält oftmals sogar in kleinen Tümpeln, welche sich bei Ebbe an Stränden bilden. Seine natürliche Färbung ist der Umgebung angepasst und die Blauen Ringe zeigen nur wenn der Krake unter Stress steht.

Wie wirkt das Gift des Blauring Oktopus

Das Gift des Blauring Oktopus wird durch einen Biss übertragen und befindet sich in dessen Speichel. Das Nervengift lähmt zuerst die Muskulatur und kann innerhalb 2-3 Stunden zum Atemstillstand föhren. Der Betroffenen ist während dieser Zeit bei vollem Bewusstsein. Durch künstliche Beatmung kann die vergiftete Person eventuell am Leben gehalten werden bis die Wirkung des giftigen Tieres nachlässt. Gelingt dies, verbleiben keinerlei Folgeschäden durch den Biss des Blauring Oktopus.

In den abgelegenen Inseln der philippinischen und indonesischen Archipelen werden Todesfälle von Kindern berichtet welche am Strand herumgetollt haben und wenige Stunden später  mit den typischen Symptomen gestorben sind. Aufgrund mangelnder medizinisch geschulten Personals besteht oftmals keine Überlebenschance für die Betroffenen.

Ist die Seewespe das giftigste Tier der Welt

Die Seewespe - Das giftigste Tier der Welt ?
Die Seewespe – Das giftigste Tier der Welt ?

Die Seewespe oder auch Würfelqualle oder Boxjellyfisch genannt, kommt wie auch der Blauringoktopus in den Ozeanen um Australien und Südostasien vor. Das Gift der bis zu 5000 Nesselzellen, die sich an den etwa 60 und bis zu 3 Meter lang werdenden Tentakeln befindet wirkt extrem schnell und führt zu Muskellähmungen, welche innerhalb weniger Minuten zu Atemstillstand und Tod führen, falls nicht umgehend Notfallmaßnahmen eingeleitet werden können. Während der Sommermonate werden in Australien oftmals kilometerlange Strandabschnitte gesperrt und oftmals wird zum Schutz vor Seewespen und anderen giftigen Tieren im Wasser ein stichsicherer Neoprenanzug  vorgeschlagen.

Sofortmaßnahmen gegen Quallengift

Als Sofortmaßnahme gegen das Gift der Seewespe hat sich ein Abspülen mit normalem Essig als hilfreich erwiesen. Die in der Haut verankerten Nesselzellen sterben ab und geben kein Gift mehr ab.  Das Spülen mit Wasser bewirkt genau das Gegenteil. Durch die Bewegung wird sogar mehr Gift in den menschlichen Organismus abgegeben. Diese Methode hat sich auch gegen weniger giftige Quallenstiche als wirksam erwiesen.

Ist der Pfeilgiftfrosch das giftigste Tier der Welt

Der Pfeilgiftfrosch kommt in vielen verschiedenen Gattungen und Unterarten im Südamerikanischen Regenwald vor. Für die Giftpfeile verwendeten die einheimischen Völker jedoch nur 3 Arten, welche das Gift durch die Hautdrüsen abgeben. Der Pfeilgiftfrosch ist auch unter dem Namen Baumsteigerfrosch oder Farbfrosch bekannt. Ein Blick auf das Bild erklärt woher dieser Name stammt.

Wie giftig ist der Pfeilgiftfrosch

... oder ist der Pfeilgiftfrosch das giftigste Tier der Welt
oder ist der Pfeilgiftfrosch das giftigste Tier der Welt

Die Giftigkeit des Pfeilgiftfrosch hängt ausschließlich von der Ernährung ab. Die Frösche produzieren kein Eigengift. Dies stammt vom Gift der Beutetieren von denen sich der Frosch ernährt, im Körper akkumuliert und über die Hautdrüsen ausscheidet. Das Gift des Frosches wirkt sich direkt auf das zentrale Nervensystem aus und schädigt zudem die Zellmembranen. Je nach Grad der Vergiftung tritt der Tod schon innerhalb 20 Minuten auf.

Gegengift

Als Gegengift ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nur Tetrodotoxin bekannt.   Dies kommt in der Natur in diversen giftigen Meerestieren wir Kugelfischen, Igelfischen, Seesternen oder den oben beschriebenen Blauring Oktopus vor. Dass man jedoch diese im südamerikanischen Regenwald in 20 Minuten findet ist eher unwahrscheinlich.

Pfeilgiftfrösche in Terrarien sowie Nachzuchten verlieren mit der Zeit Ihre Giftigkeit oder sind sogar komplett ungiftig.  Neben den Seewespen zählen sie dennoch zu den giftigsten Tieren der Welt.

Das giftigste Tier in Deutschland

Das giftigste Tier in Deutschland ist wohl die Kreuznatter, wenn man von Zecken als Überträger für Krankheiten einmal absieht. Es gibt auch einige Zecken deren Speichel giftig ist. Um jedoch gefährlich für den Menschen zu sein müssen dies über 24 Stunden unter der Haut sein. In Deutschland ist bislang kein tödlicher Zeckenbiss bekannt.

Wie Giftig ist die Kreuznatter

Die Kreuznatter ist zwar das giftigste Tier Deutschlands, produziert jedoch nicht genügend Gift um einen gesunden erwachsenen Menschen zu töten. Hierfür wären fünf Schlangenbisse von verschiedenen Kreuznattern gleichzeitig nötig.  Diese Schlangen sind zudem auch sehr scheue Tiere, welche sich eher aus den Staub machen als irgendeiner Bedrohung zu stellen. Dies geschieht wirklich nur wenn sich die Kreuznatter in die Enge getrieben fühlt.

Viele Spinnenarten in Deutschland sind ebenso giftig. Deren Bisse sind dann zwar sehr schmerzhaft und können zu schlimmen Auswirkungen führen, tödlich sind diese jedoch nicht.

Wer also wirkliche extrem giftige Tiere sehen will, muss in Deutschland in den Zoo gehen. In freier Natur findet man diese eher in wärmeren und abgelegenen Regionen. In der Liste für das giftigste Tier der Welt sind Lebewesen aus tropischen Gewässern sehr stark vertreten, was bedeutet, dass vor allem Taucher in Südostasien und Australien Ihre Hände besser bei sich lassen und stets gut geschützt ihrem Sport nachgehen.

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