Wie tief tauchen Wale

Genauso wie der Weltraum, hat den Menschen auch immer schon die Tiefe gelockt. Meerestiefe in diesem Fall. Unsere Neugierde wird hierbei einzig und allein von unseren physischen Fähigkeiten gebremst.  Andere Kreaturen haben es da ein wenig einfacher. Der Körper ist den Tauchgepflogenheiten in einem Maße angepasst, von dem der Sporttaucher nur träumen kann. Die Rede ist hier von Walen. Wie tief können Wale tauchen?

Wale Tauchen bis zu 3000 Meter tief

Wie tief tauchen WaleDie Frage ist nicht leicht beantwortet. Und schon gar nicht ohne Abstufungen, denn da gibt es zwischen den Walarten teilweise recht bedeutende Unterschiede. Fangen wir an mit dem absoluten Tauchspitzensportler, Rekordhalter Cuvier- Schnabelwal mit der gewaltigen Tauchtiefe von 3 (!) km und einer Spitzentauchzeit von fast 2 Stunden. (Zum Vergleich: Der Rekord beim Menschen im Tauchen ohne Hilfsmittel wie Sauerstoff oder Flossen beträgt gerade einmal 214 m. Richtig. Bei dieser Tiefe spürt der Wal noch nicht einmal, dass er schon unter Wasser ist.

Künstler?

Im weiteren Vergleich das größte Tier, welches unsere Erde je hervorgebracht hat, größer noch als die monströsen Dinosaurier, der Blauwal, gibt auch schon bei 300 m auf. Wie der Schnabelwal in kilometerweite Tiefe tauchen kann, ohne zerdrückt zu werden – denn man beachte, dass jeder Meter Tiefe den Wasserdruck um 0,1 bar erhöht – ist kein Rätsel mehr, es ist dennoch ein Wunder der Natur.  Der Wal atmet zunächst aus, bevor er untertaucht und lässt jegliche Luft entweichen. Vor dem Druck schützt ihn des Weiteren die Flexibilität seiner Rippen, hier geht so schnell nichts zu Bruch. Dem Wal geht auch nicht der Sauerstoff aus, auf längeren Tauchausflügen – z. B. wenn der Pottwal Lust auf eine Schlacht mit seinem Lieblingessen hat, dem Riesenkalmar Architheutis, welcher bis zu 22 m groß wird– denn der Meeressäuger führt den Sauerstoff mit sich und zwar in seinem Blut und den Muskeln. Wenn ich nun noch hinzufüge, dass die Nase des Wals keine Nase ist, sondern ein fest verschließbares Blasloch – also keine Triefnasengefahr – , dann spür ich den Neid erblühen bei soviel geschickter Naturverpackung.

Ein Taucher in Not

Wal, da bläst er!‘, ruft der Mastmann, wenn er einen Wal sichtet.  Nicht nur bei Herman Melvilles großem Roman Moby Dick hört man diesen Ruf. Leider ist der Walfang immer noch ziemlich verbreitet. Und es hat Tradition. In Korea belegen Funde, dass die Spitzentaucher bereits vor 7000 Jahren gejagt wurden.  Vielleicht sieht man sie deshalb trotz ihrer Größe eher selten.

Ein Wunder, dass der Wal schon so lange überlebt hat. Vor kurzem erst fand man in Groß Pampau das Skelett eines rund 11 Millionen Jahre alten Wals, vermutlich ein Pottwal. Doch waren die Giganten ja auch einst ohne natürliche Feinde – wie den Menschen. 7000 Jahre Evolution haben nicht ganz ausgereicht, um dem Menschen und unserer immer schnelleren Technologie so ganz zu entgehen.

Abtauchen?

Das möchte der Wal vielleicht gerne. Und man könnte es ihm nicht verdenken. So tief wie möglich. Weg von der Gefahr, die wir für ihn bedeuten. Weg vom Müll, den wir produzieren. Eintauchen in die Unterwasserwelt, wie Käptn Nemo, sich vor der Menschheit verstecken. Und der Wal taucht, 300 m, 3000 m. Und so weit taumelt der Mensch eben noch hinterher.

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