Der langsamste Vogel der Welt

Schnepfen

Es hat uns inspiriert, so lange wie wir denken könnnen. Das Fliegen. Was haben diese fliegenden Kreaturen, das wir nicht haben? Unsere Flügel ausbreiten und lossegeln? Der Wunsch ist so alt wie die Menschheit. Fliegen wie ein Vogel ist relativ einfach, dachte Dädalus, als er für die Flucht aus der Gefangenschaft im Labyrinth des Minotauros für sich und seinen Sohn Ikarus die Flügel  samt Gestänge vorbereitete. Es ging nicht ganz so wie geplant und Ikarus hat den Flug leider nicht überlebt.

Mythos. Fakt ist, der Mensch wollte immer schon fliegen.  Und wir haben es erreicht. Wir fliegen nicht selbst. Doch wir sitzen in Maschinen, Flugzeugen, die uns immer schneller, immer weiter bringen.  Schneller als der schnellste Vogel.  Es sind schnelle  Vögel da draußen. Aber was ist mit der langsamen Sorte? Welches ist der langsamste Vogel? Und fühlt er sich übervorteilt bei den ganzen Überfliegern?

Fliegen, der Vogel und die Zeit

Zeit, sich zurückzulehnen – in dem ganzen Hype über schnellere und noch leistungsfähigere Fluggeräte – und das Ganze mal zurückzudrehen.

der langsamste Vogel

Der langsamste Vogel von allen scheint wohl die Schnepfe zu sein.  Die Schnepfe ist ein Watvogel mit relativ langen Beinen und watet vielleicht lieber als dass sie fliegt.  Jedoch ist dies nicht der Grund für den langsamen Flug. Entgegen der landläufigen Meinund, ist die Schnepfe nämlich gar nicht so dumm.  Denn der langsamste Flug der Schnepfe wird nur während der Balz verzeichnet, bei ungefähr 3 km/h.  Und bei der Balz sollte man sich ja nun wirklich Zeit lassen.  Also eigentlich ziemlich clever, der Vogel.

Zu normalen Zeiten hingegen ist es wohl eher der Spatz, oder Haussperling, der sich die meiste Zeit lässt. Die Höchstgeschwindigkeit des Haussperlings liegt bei um die 24 km/h. Im Vergleich so gemütlich, wie die Fahrt durch eine Wohngegend mit Geschwindigkeitsbegrenzung. Den Spatz finden wir auch überall in unseren Städten, als halbdomestizierten Mitbewohner.

Kann also seine gemütliche Art der Fortbewegung daran liegen, dass er dem Menschen seit der ersten Begegnung gefolgt ist, und sich fast überall niederlässt, wo Menschen sind? Ist seine Langsamkeit Ausdruck seiner eigenen Gemütlichkeit, oder fühlt er sich uns überlegen und findet Gefallen daran, unsere eigenen Unternehmungen in Sachen Fliegen zu observieren? In diesem Fall hätte er wahrscheinlich Pech. Wir fliegen immer höher, immer weiter, werden immer gefährlicher für das, was mal war bevor der Mensch das Fliegen für sich selbst entdeckt und möglich gemacht hat.

Schnepfe

Genug vom langsamsten Vogel. Welches ist denn nun der schnellste Vogel? Dies scheint der Wanderfalke zu sein, mit Geschwindigkeiten – während der Jagd,  um die 150 km/h.  Es gibt diverse Wasservögel, welche es auf Geschwindigkeit von  bis 120 km/h in normalem Flug und über lange Strecken schaffen. Beeindruckende Leistung oder Hyperstress? Normaler Alltag eher.

Der Schnellste – der Langsamste

Es gibt keinen Beweis dafür, dass der Spatz uns näher steht als sein Artgenosse, der schnelle Jäger.  Jedoch sind wir eine Gefahr für den einen, und lassen den anderen in der Nachbarschaft gemütlich gedeihen.  Der Falke hat allen Grund, Spitzengeschwindigkeiten zu erreichen, um seinen Fortbestand zu garantieren. Der langsamste Vogel fühlt sich hingegen in unserer Mitte scheinbar ganz wohl.

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