Der heißeste Ort der Erde

Lut Wüste im Iran
Lut Wüste im Iran

Der heißeste und der kälteste Ort der Erde wurden bislang nur mit bodennahen Messungen bestimmt. Kürzlich  verfügen die Wissenschaftler über flächendeckenden Satellitenmessungen der ganzen Erdoberfläche. Diese Messungen entsprechen teilweise nicht den gängigen Vorstellungen. So gehören zum Beispiel das Death Valey in den USA und die Libysche Wüste nicht mehr zu den heißesten Orten der Welt. Wissenschaftler sind sich über die Messmethode nicht einig und benutzen unterschiedleche Methoden und Regeln für die Bestimmung des heißesten Orts der Welt. Für die einen zählt die Bodentemperatur, für andere ist die Temperatur in einem Abstand von einem, bzw. zwei Metern von der Oberfläche relevant.

Der heißeste Ort ist im Iran

Der heißeste Ort der Erde
Der heißeste Ort der Erde –
Die Lut-Wüste im Iran

Der heißeste Ort der Erde ist laut den letzten Messungen an der Oberfläche die Lut-Wüste in Iran. Dort wurden 70,7 Grad Celsius gemessen. 1913 wurden im Death Valley „erst“ 56,7 Grad Celsius gemessen, 1922 hat das Thermometer in El Aziziyah in Libyen, am Rande der Sahara, 58,0 Grad Celsius erreicht. Das waren bislang die höchsten Temperaturwerte, die auf der Erde registriert wurden. Doch die moderne Technologie bringt der Wissenschaft andere Erkenntnisse. Die neuen flächendeckenden Satellitenmessungen zeigen nicht nur die neuen Rekordendhalter, sie machen auch deutlich, wie stark die Temperaturen selbst auf einem engen Raum schwanken können. Die Differenzen sind teilweise so groß, daβ sie zuweilen schon barfuß zu spüren sind. Bis heute waren die Wetterstatistiken sehr lückenhaft. Auf allen Kontinenten haben die Wetterstationen die Temperaturen nur stichprobenweise gemessen, aus diesen Messungen wurde dann die Statistik hergeleitet. Die Temperaturen werden nicht in allen Orten gemessen, außerdem hängen die Thermometer meistens auf 1,5 m Höhe über die Erdoberfläche, was auch zu Abweichungen in den Messungen führt.

Die Arktis ist gar nicht so kalt

Die NASA-Satelliten machen es möglich, die Bodentemperaturen auf der ganzen Erdoberfläche zu registrieren. Sie haben im Laufe der vergangenen Jahre die Wärmestrahlung vom Boden auf der ganzen Erde gemessen. Diese Messungen haben manche überraschende Erkenntnisse gebracht. An der Arktis schwanken die Temperaturen um die Null Grad Celsius. Die relativ hohe Werte sind mit dem flachen Winkel der Sonnenstrahlen zu erklären. Das gleiche gilt auch für das Tibetanische Hochland – dort schwenken die Temperaturen um die Plus 20 Grad Celsius.

Lut Wüste im Iran
Lut Wüste im Iran

In der Höhe wird die Luft ausgedehnt und kühlt demzufolge ab. Das Gegenteil passiert in der arabischen oder in der amerikanischen Wüste. In dem Death Valley in Nevada, das ca. 100 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, wird die Luft extrem geheizt. Die Sonnenstrahlen wirken sehr intensiv und die Temperaturwerte erreichen meistens die 60 Grad Celsius. Manche Orte, die eine dichte Vegetation haben – so wie in Nord- und Mitteleuropa – haben maximale Temperaturen von Plus 49 Grad Celsius. Das liegt an der Tatsache, dass das Wasser den Boden abkühlt. Die Vegetation weist einen Kühleffekt auf. Das ist der Grund, warum Baumplantagen um 30 Grad kühler als ihre Umgebung sind. Wissenschaftler planen, diesen Kühleffekt der Vegetation zur Milderung der Auswirkungen der Klimaänderung zu benutzen. Wenn Grünflächen auf den Dächern der großen Städten angelegt werden, würden die Metropolen um einiges kühler sein.

Der heißeste Ort ist lebensfeindlich

Überraschenderweise haben die Satellitenmessungen in manchen Orten hohe Temperaturen auch auf den Acker gemessen. Die Wissenschaftler verbinden diese Tatsache mit dem Einsatz unterschiedlicher Düngemittel. Aber grundsätzlich gilt: um so weniger Vegetation, desto heißer ist der Ort auch. Die Umgebung in der iranischen Lut-Wüste mit ihren 70,7 Grad Celsius  ist so lebensfeindlich, dass dort nicht mal Bakterien überleben können. Die Genauigkeit der Satellitenkarte der Jahreshöchsttemperaturen hat auch bestimmte Grenzen. Die Temperaturen können zwischen 0.05 Längen- und Breitengraden nicht gemessen werden. Forscher und Wissenschaftler arbeiten daran, um diese Lücke auf der Karte auszugleichen. Der heißeste Ort der Erde konnte aber mit den neuen Messmethoden eindeutig bestimmt werden.

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